Home
  Steckbrief
  der Therapeutin
  Was erwartet Sie?
  Methoden
  Was heißt systemisch?
  Seminare u.
  Veranstaltungen
  Aktuelles
  Kontakt
  Impressum
 
 
 
   
  „Die Super- Nanny“ von RTL

im Auftrag der Elternakademie München verfasst

  Familientherapeuten werden sich die Haare raufen, wenn sie die Vorgehensweise der „Super- Nanny“ verfolgen.

In einer der letzten Sendungen wurde eine Mutter mit ihrem elterlichen Fehlverhalten von der „Super- Nanny“ „be-post-it“. D.h. die Mutter saß auf dem (Büßer-) Stuhl, die Super- Nanny vor ihr und wurde mit Post- it (kleinen bunten Zetteln) über und über beklebt (02. 03.05 RTL)*. Darauf schrieb die S.-N. eine Schuldzuweisung nach der anderen. Die geläuterte Mutter äußerte sich danach so: „Endlich weiß ich, dass ich an allem Schuld bin.“ Dabei ließ sie die Schultern hängen und wirkte keineswegs erleichtert, sondern vielmehr völlig resigniert. Wie wird diese Mutter wohl ab sofort mit diesem „Schuldenberg“ klar kommen? Wo soll sie anknüpfen, wenn ihr jahrelanges Versagen bescheinigt wird?

Familientherapie (nach Ausrichtung des VFT Münchens) sucht immer danach, was bisher positiv in der Familie gelaufen ist, um daran anzuknüpfen. Die S.-N. macht sich dagegen daran negative Schuldzuweisungen auszuteilen. Dem Kind gegenüber, den Eltern, Geschwistern usw.
Dies entspricht auch keineswegs der nötigen wertschätzenden Haltung gegenüber Klienten, die nötig ist, um ein grundlegendes gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Familientherapie geht davon aus, dass die Familien selbst genügend Potenzial mitbringen, um einen Umschwung herbeizuführen. Weg von einer aktuellen Krise, hin zur Lösung. Sie sucht die familieneignen Ressourcen und knüpft an diesen individuellen Stärken an. Natürlich sind klare Regeln und Grenzen nichts falsches, aber jede Familie hat in ihrer Entwicklung dabei ein eigenes Programm zu erstellen.
Der/die Berater/in sollte hier begleitend und nicht direktiv vorgehen, damit Erfolge auf das Eigenengagement der Familie zurückzuführen sind. Nur so entwickeln Familien den nötigen Mut und das Selbstvertrauen anschließend ihren eigenen Weg zu gehen. Nur so besinnen sich auf bereits „Geschafftes“, auch wenn manches schon lange zurück liegt.
Familie sollte immer als ganzes System gesehen werden. In einem System beeinflussen sich die Elemente gegenseitig. D.h. der Einzelne sollte nicht herausgenommen und an den Pranger gestellt werden. Ein „Exkommunizierter“ wird große Schwierigkeiten bekommen, einen normalen Platz in der Familie einzunehmen.
Lust und Laune auf ein Zusammenleben sind die Basis jedes funktionierenden Familiensystems. Sätze in der letzten S.-N. (16.03.05 RTL) eines Vaters wie z.B. „….dann opfere ich halt mehr Zeit für mein Kind!“, zeugen keineswegs von einer freiwillig entwickelten positiven Haltung dem Kind gegenüber. Auch nicht, wenn die S.-N. danach äußert, sie wäre ja so stolz auf den Vater. Eigentlich klopft sie sich dabei nur selbst auf die Schulter. Der Vater sollte einen eigenen, gesunden „Vaterstolz“ entwickeln und von ganzem Herzen froh sein, Zeit mit seinem Kind zu verbringen.
Wenn Eltern und Kinder diese Lust aufeinander versprühen, dann sind sie auf dem richtigen Weg hin zu einer positiven Lösung.

  Kommentar von

Andrea Hopf
Dipl. Sozialpädagogin
Familientherapeutin(DGSF)
Erzieherin